Projekt: Lötrauchabsaugung

Wie auch im Vorjahr, wurde das Maschinendeck von GamesAhead darum gebeten, einen Lötworkshop auf ihrem "Kreativ- und Techniktag" anzubieten, bei dem Kinder in Kontakt mit Technik und Handwerk gebracht werden sollen. Dieser Aufforderung sind wir selbstverständlich wieder sehr gerne nachgekommen.

Einzige Schwierigkeit: im Vorjahr fand der Workshop im Freien statt, sodass die Dämpfe kein Problem darstellten. Leider haben wir erst am Montag vor dem Workshop erfahren (der Workshop war für Samstag geplant), dass dieser in diesem Jahr im Gebäude stattfindet. Kinder in einem geschlossenen Raum den Lot- und Flussmitteldämpfen auszusetzen, war für uns keine Option, eine Lösung musste her: Lötrauchabsaugungen.

Die kommerziell verfügbaren Lösungen waren zum Einen viel zu teuer, zum Anderen waren die Lieferzeiten so knapp, dass diese auch nicht rechtzeitig zum Workshop angekommen wären. Der nächste Ansatz war wie so oft: "Das können wir doch selbst!"

Die Anforderungen waren klar:

  • Luft muss bewegt werden
  • Schadstoffe sollen dabei aufgefangen werden
  • Kosten sollen so gering wie möglich sein

Lösung für das Problemchen

Da die Suche nach einer fertigen, kommerziellen Lösung bis Mittwoch angedauert hat, hat sich MikO am Mittwoch dazu folgendes überlegt:

Ein 120 mm großer PC-Lüfter, der die Luft in Bewegung versetzt und den Rauch durch eine Aktivkohlefiltermatte ansaugt. Dieser braucht dann nur noch eine 12 V Spannungsversorgung und irgendetwas, was alles zusammenhält.

Also haben wir zehn Lüfter, entsprechend große Aktivekohlefiltermatten und 5,5 mm DC-Stecker mit Expressversand bei Amazon bestellt und zum "Zusammenhalten" schnell eine CAD-Zeichnung gemacht, denn 3D-Drucken können wir sehr gut im Maschinendeck.

Die Produktion

Innerhalb von drei Tagen ein komplett neues, nicht existentes Produkt aus dem Boden zu stampfen ist ein schwieriges Unterfangen. Hilfreich dabei ist, wenn man die Kompetenzen und Ressourcen eines ganzen Makerspaces zur Verfügung hat.

iSAWu hat sich direkt eingeklinkt und zehn 12 V Netzteile gespendet. Viele andere Maschinisten wie Erebus, Icephonix und Seze haben auf ihren privaten 3D-Druckern gedruckt was das Zeug hält und MikO hat in einer Nacht- und Nebelaktion die nun angekommenen Lüfter mit den DC-Steckern verlötet und auch noch weitere Gehäuse gedruckt.

Noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag war der erste Prototyp fertig zusammengebaut und konnte getestet werden. Das Ergebnis: mehr als zufriedenstellend, wenn man den knappen Zeitrahmen berücksichtigt. Am Freitagabend waren dann bereits alle zehn Exemplare fertiggestellt und einsatzbereit.

Die Absaugungen kamen dann wie geplant bei unserem sehr erfolgreichen Workshop zum Einsatz und haben performt wie erwartet.

Ein großes Dankeschön geht an alle Mitglieder des Maschinendeck e.V. die geholfen haben dies alles möglich zu machen!

Im Nachgang möchten wir die durch den Zeitdruck entstandenen kleinen Unzulänglichkeiten (Druckzeit, fehlender An/Aus-Schalter, Toleranzen) ausbessern und das Produkt entweder im Ganzen oder als Bausatz vertreiben, da wir der Überzeugung sind, dass in der Makercommunity definitiv Interesse an einer solchen "Low-cost"-Variante besteht.

Auch der ein oder andere Teilnehmer beim Lötworkshop hätte sicher gerne ein Exemplar für seine zukünftigen Lötexperimente mit nach Hause genommen.

Referenzen

Alle Dateien und Links zum Projekt stehen öffentlich zur Verfügung, Lizenz wird zeitnah nachgetragen.

  • Repo mit allen Daten zum Produkt auf GitLab